|
|
|||
|
News # 02/2005 |
Aktuelle Informationen aus Riyadh K.S.A. |
29. January 2005
|
|
|
|
|||
|
Server 1 |
Server Raum Panorama (IR Cam) |
|
Links solltet ihr das LIVE Bild von zwei meiner Webcams sehen können. Solltet ihr kein Video sehen, dann ist bei Euch im Rechner kein FLASH installiert oder ActiveX ist ausgeschaltet oder mein Video Server ist offline ! |
|
[zum Live Chat] Wenn ihr mich an meinem Server sitzen seht, koennt ihr mich direkt ansprechen! |
|||
|
|
|||
| Liebe Freunde, | |||
| seit Donnerstag Abend - 27.01.2005 - bin ich wieder zurueck in Riyadh. Wie einige von Euch wissen, war ich für 2 Wochen in Thailand um dort freiwillige Hilfe zu leisten. | |||
| In all den vielen Jahren meiner Thailandaufenthalte habe ich gute Freunde dort gefunden, denen ich vor Ort helfen wollte. Am 14.1.05 bin ich kurzentschlossen auf die Insel Phuket geflogen. Alles gestaltete sich im Vorfeld schon sehr schwierig, da kaum Flüge dorthin vorhanden waren. Hilfreiche Freunde hier in Saudi Arabien haben mir aber doch helfen koennen und ich bekam kurzfristige Buchungen mit EMIRATES AIRLINE von Riyadh nach Dubai und Bangkok. Von Bangkok aus gingen nur noch Flüge der THAI AIRWAYS, die auch alle überbucht waren. Keine anderen Airlines flogen derzeit Phuket an. Aber auch hier half Vitamin B, um mir einen Platz zu sichern. | |||
|
Am späten Nachmittag des 15.
Januar landeten wir auf dem International Airport in Phuket. Ein
thailändischer Freund holte mich am Flugplatz ab und brachte mich nach
Patong Beach. Nach ca. 45 Minuten Fahrt und mit einer bangen Erwartung,
was mich dort erwarten wird, kamen wir dort an. Ich bat meinen Freund
mich zunächst zur Beach zu fahren, da dort der Tsunami am 26.12. die
grössten Verwüstungen angerichtet hatte. Man kann meine Gefühle kaum in Worte fassen als ich sah welche Verwüstungen diese Naturgewalt in Form von riesigen Wasserwellen angerichtet hat. Dort, wo sich das Tourismus Zentrum - also alle grossen Hotels - befand, herrschte das reine Chaos. Fast alle Gebäude, die sich bis ca. 500m vom Strand entfernt befanden waren zerstört oder eben unbewohnbar. Der grobe Müll war zum grössten Teil schon beseitigt und überall war man schon dabei Renovierungs- und Wiederaufbauarbeiten durchzuführen. Der gesamte Strand von Patong Beach war sauber und das Meer war ruhig, als sei niemals etwas geschehen. Die gesamte Strandpromenade besteht nicht mehr aber auch dort wurde schon wieder mit Hochdruck gearbeitet. Die ersten Sonnenschirme und Liegen signalisierten einen ersten Anfang von Normalisierung an einem Ort, an dem tausende Menschen während der schönsten Wochen des Jahres, ihr Leben lassen mussten. Doch das Leben geht auch dort weiter und die Menschen dort versuchen mit einer unglaublichen Energie und Arbeitsleistung den Ort der Verwüstung wieder bewohnbar zu machen und ihr Business wieder in Gang zu bringen. Man rechnet damit, dass Patong Beach in ca. 2 bis 3 Monaten wieder renoviert ist und alles soll schöner werden als es vorher war. Die folgenden 10 Tage habe ich für einige internationale Hilfsorganisationen und forensiche Departments geabeitet. Man suchte händeringend Hilfe bei der Erstellung und Pflege von lokalen Datenbanken für Opfer, Vermisste und unidentifizierte Personen. Hier konnte ich meine Kenntnisse nutzen und ein gutes Stück helfen. Während dieser 10 Tage bin ich auch nach Khao Lak (ca. 150 km nördlich von Patong Beach - an der Westküste Thailands) gefahren. Das Ausmass des TSUNAMI dort war unfassbar. Dagegen hat diese Killerwelle in Phuket nur einmal "angeklopft". Mehr als 3000 Touristen haben dort ihr Leben gelassen. Die Zahl der einheimischen Toten ist bis heute unklar. Die Welle hat dort in einer Breite von ca. 2 km einfach alles dem Erboden gleichgemacht. Hotels, Resorts und Bungalows sind einfach verschwunden. Es standen einfach nur noch Palmen dort, die den Angriff der Naturgewalt scheinbar unbeschadet überstanden haben. Hier gab es aber einen signifikanten Unterschied zu Patong Beach. Das Leben steht dort einfach still. Es war so als sei die Zeit einfach am 26.12.2005 um ca. 09:00 stehengeblieben. Die Menschen dort scheinen erstarrt zu sein und es gibt keine sichtbaren Anstrengungen, das Leben wieder in die Hand zu nehmen und einen Wiederaufbau zu beginnen. Khao Lak wird sicher mehr als 3 Jahre brauchen, bis dort der Tourismus - wenn überhaupt - wieder beginnen kann. Während meines Aufenthaltes in Khao Lak habe ich eine buddhistische Tempelanlage besucht, die das Grauen par excellance darstellte. Die gesamte Anlage war relativ gross und weitlaeufig. Aus relligiösen Gründen werden Tote immer in solche Tempel gebracht, bis diese dann verbrannt werden. Die gesamte Anlage war übersäet mit frisch gezimmerten einfachen Särgen. Hunderte fertiger und halbfertiger Särge waren über die gesamte Anlage verstreut gestapelt und warteten auf ihren Verwendungszweck. Direkt neben dem Tempel hat man Kühlcontainer gestapelt, in den noch tausende Tote aufbewahrt werden. Ein Hauch des Todes mit einem süsslichen Verwesungsgeruch, vermischt mit dem Geruch von Formalin liegt über der Anlage. Die meisten der Toten konnten bis heute nicht identifiert werden, obwohl man an den meisten schon forensische Untersuchungen vorgenommen hat. Von allen Toten werden , bzw. wurden DNA Proben entnommen. Hierbei wird jedem Opfer eine Haarprobe und ein Stück Knochen aus der Hüfte entnommen, sowie Fingerabdrücke soweit überhaupt noch möglich. Weiterhin werden Röntgenaufnahmen von den Zähnen gemacht und signifikante Zähne entfernt, katalogisiert und für weitere Vergleiche aufbewahrt. Da man nicht genügend Kühlplätze für alle Toten hat, wurden viele Opfer einfach temporär begraben. Nun ist man dabei, diese wieder zu exhumieren, um weitere oder noch nicht durchgeführte Untersuchungen durchzuführen. Einfach schrecklich !! Ein Grossteil der Opfer konnten bis heute noch nicht identifiziert werden. Trotz vorhandener DNA Daten fehlen einfach die Referendaten der Opfer, ohne die eine eindeutige Identifizierung einfach unmöglich ist. Der Verwesungsprozess der Leichen ist mittlerweile soweit vorangeschritten, dass es heute - selbst für die Forensic Experten - kaum noch möglich ist, Europäer von Asiaten zu unterscheiden. China hat sich bereiterklärt internationale Datenbanken mit den Daten der Opfer und Vermissten zu organisieren und haben entsprechende finanyielle Mittel dafür bereitgestellt. Hier werden alle Daten abgeglichen und mit auftauchenden Referenzdaten verglichen, um letztendlich eindeutige Identifizierungen vornehmen zu können. Man hat zugesagt, dass kein Opfer dort in Thailand engültig begraben oder wie dort üblich verbrannt werden wird. Es sollen alle Toten nach erfolgter Identifizierung in ihre Heimatorte überführt werden. Wie dies jedoch machbar sein wird, ist mir ein Rätsel und erscheint mir als unmöglich. Viele der Leichen, werden sicherlich unbekannt bleiben und werden ihre letzte Ruhestätte wohl dort in Thailand haben. |
|||
| Nach 10 Tagen in dem Katastrophengebiet bin ich nach Bangkok geflogen, um wenigstens für 3 Tage ausspannen zu können. Doch die Bilder und Eindrücke der letzten Tage lassen mich nicht los. Eine tiefe Betroffenheit und Traurigkeit hat sich bei mir eingestellt. Ich denke, dass ich Zeit brauchen werde, um diese Eindrücke und Bilder zu verarbeiten. Vergessen werde ich diese wohl niemals. Am 27.01.2005 bin ich von Bangkok aus über Dubai zurück in meine Wahlheimat geflogen. Dieses Mal fiel mir der Abschied aus Thailand nicht schwer. Meine Server - bis auf den FTP Server - sind alle wieder online und betriebsbereit. Noch immer habe ich Probleme mit meiner 2. ADSL Verbindung. Man hat mir heute telefonisch zugesagt, dass das Problem innerhalb einer Woche behoben sein wird. Dann wird auch mein FTP Server wieder ans Netz gehen. Soweit mein Bericht aus Thailand. |
|||
|
Solltet Ihr nicht an diesen News interessiert sein, dann klickt einfach auf nebenstehenden Button und schickt diese "leere E.Mail" an mich ab. Ich nehme Euch dann sofort aus der Mailing Liste heraus. [ Bitte keine Wüstenmail ] |
|||
|
Solltet ihr Kritiken, Vorschläge oder sonstige Kommentare an mich richten wollen, dann klick einfach den nachstehenden Button und schreibt mir ein paar Zeilen. Ich würde mich freuen, von Euch zu hören. [ Kommentar oder Kritik ] |
|||
|
|
|||
|
Herzliche Grüsse aus Riyadh |
|||
|
Manni - 7Z1UG / DK2UG |
|||
| Riyadh, Kingdom of Saudi Arabia | |||
|
Manfred H. Kohl - Riyadh - Kingdom of Saudi Arabia |
|||